Die Lektüre aktueller HR-Studien eröffnet einen Ausblick auf die Trends, die auf HR im Jahr 2018 zukommen. An erster Stelle stehen: Mobile Recruiting und eine Erhöhung des Automatisierungsgrades in wesentlichen HR-Bereichen. Zum Beispiel der Personalentwicklung. Doch in vielen Unternehmen fehlt es noch an der technischen Ausstattung.

Boomende Wirtschaft bringt HR in die Bredouille

Die Wirtschaft in Deutschland erlebt im Moment einen regelrechten Boom. Daraus ergeben sich für HR Konsequenzen. So wird beispielsweise der Personalbedarf weiter steigen. Die Lage im ausgedünnten Arbeitsmarkt wird sich also auch 2018 keinesfalls entspannen. Für Personalverantwortliche sind das keine guten Nachrichten. Schon jetzt haben sie alle Hände voll zu tun, um passendes Personal zu rekrutieren.

Einschlägige Erhebungen zeigen aber, dass sich HR im Recruiting auch manchmal selbst im Weg steht. Oftmals, weil es an der richtigen Technik hapert. Zum Beispiel werden viele Bewerber durch komplizierte, zu lange oder nicht mobil optimierte Recruiting-Prozesse abgeschreckt.

Laut der „Mobile Recruiting Studie 2017“ des Portals meinestadt.de in Zusammenarbeit mit der Hochschule RheinMain geht Arbeitgebern fast die Hälfte an Bewerbern durch die Lappen, weil sie keine mobiltaugliche Bewerbung anbieten. Das wichtigste Endgerät bei der Jobsuche ist mittlerweile das Smartphone, das 76 Prozent der befragten Fachkräfte nutzen. Bewerber erwarten daher von Unternehmen auch die Möglichkeit, sich mobil zu bewerben.

Mobile Bewerbung: Unternehmen hinken hinterher

Diesem Wunsch hinken allerdings 43,2 Prozent der befragten Unternehmen hinterher. Viele von ihnen haben nicht einmal ihren Online-Karriere-Auftritt mobil optimiert, während der Bewerbungsprozess aktuell bei nicht einmal einem Drittel der Unternehmen mobilfähig ausgestaltet ist.

Dabei gibt es aus technischer Sicht längst Möglichkeiten für mobile Bewerber, zum Beispiel die One-Click-Bewerbung. Mit ihr kann ein Bewerber mit einem Klick die Daten aus seinem Xing- oder LinkedIn-Profil direkt ins Bewerbermanagementsystem eines Arbeitgebers importieren. Bewerber, die ihre Daten via Smartphone übermitteln wollen, müssen dann nicht umständlich Bewerbungsformulare auf dem kleinen Display ausfüllen.

Die technische Optimierung der Personalbeschaffung ist aber nicht die einzige Stellschraube, an der es HR-seitig zu drehen gilt. So wird auch die voranschreitende Digitalisierung für erhebliche Veränderungen im Personalmanagement sorgen. Aus einem einfachen Grund: Die zunehmende Automatisierung macht die Prozesse in Unternehmen nicht nur immer schneller, sondern für Anwender auch immer komplexer. Also braucht es stets perfekt geschultes Personal. Denn die beste Maschine oder das beste Programm nützen nichts, wenn die Tools nicht angewendet werden können. Hierfür muss HR in der Personalentwicklung die Weichen stellen.

HR-Megatrend Personalentwicklung

Das ist auch bei HR-Verantwortlichen angekommen, wie aus dem „HR-Report 2017 – Kompetenzen für eine digitale Welt“ des Instituts für Beschäftigung und Employability (IBE) im Auftrag von Hays hervorgeht. Als wichtigste Herausforderung stufen Personalverantwortliche den Erwerb von Kompetenzen für die digitale Welt ein. Doch auch hier sind die technischen Weichen vielerorts noch nicht gestellt.

Dabei könnten sich Personalverantwortliche auch in diesem Punkt das Leben mit der optimalen Software leichter machen. Das Personalentwicklungs-Tool von easySoft ermittelt zum Beispiel auf Knopfdruck, inwiefern sich das Talentprofil eines Mitarbeiters noch mit den Anforderungen des Stellenprofils deckt und beantwortet Fragen wie:

  • Wann laufen welche Pflichtqualifikationen der Mitarbeiter ab?
  • Welche Kompetenzen der Mitarbeiter müssen konkret gefördert und gestärkt werden?

Auch für das sich daran anschließende Seminarmanagement hat easySoft eine Lösung geschaffen. In dem Tool informieren sich Mitarbeiter über die Entwicklungsangebote ihres Arbeitgebers und melden sich direkt an. Anhand einer anschließenden Bewertung jeder Maßnahme wird für HR ersichtlich, wie zielführend diese für den Mitarbeiter war. Anhand dieser Ergebnisse kann das Unternehmen sein Entwicklungsangebot permanent optimieren und auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter zuschneiden.

HR plagt viele Sorgen

Die Beispiele zeigen: Mit einer passgenauen Software ließen sich Personalverantwortlichen viele Painpoints nehmen. Zu diesem Ergebnis kommt auch die Studie „HR Software 2017“ von SoftSelect. „Wurde früher von HR-Lösungen vornehmlich die Entgeltabrechnung (Payroll) erledigt, haben sich moderne HR-Systeme vielerorts zu einem unverzichtbaren Managementinstrument entwickelt und an strategischem Charakter gewonnen“, heißt es hier. „HR-Lösungen werden heute nicht mehr nur von der Personalabteilung oder Leitungsverantwortlichen der Fachabteilungen eingesetzt, sondern finden vermehrt unternehmensweit Einsatz, zum Beispiel in Form von Self Service Portalen oder zur Unterstützung von Freigabeprozessen.“

Von einer gut funktionierenden Software, da sind sich auch die Studienteilnehmer für den „HR Software Report 2017“ einig, den das österreichische HR-Magazin „Personalmanager“ mit den Netzwerkportalen HRM.at, HRM.de und HRM.ch vorgelegt hat, profitieren HR-Abteilungen erheblich. Vor allem in den folgenden Punkten:

  • Zeitersparnis
  • Kostenersparnis
  • bessere Steuerung der Prozesse
  • Minimierung von Fehlern
  • Erhöhung der Standardisierungen
  • Erhöhung der Mitarbeitermotivation

Doch nur bei jedem dritten Arbeitgeber (36 Prozent) sind automatisierte HR-Prozesse etabliert, konstatieren Wissenschaftler der Leuphana Universität in Lüneburg in der Erhebung Titel „Digital-Inventur: Status der digitalen Transformation im HR“. Hier besteht also noch sehr viel Luft nach oben. Die Mehrheit der Befragten meint aber: Das wird sich ändern. Immerhin 58 Prozent der HR-Führungskräfte glauben, dass ihre administrativen HR-Prozesse in fünf Jahren überwiegend automatisiert sein werden.

Und wirklich: Die Zeichen der Zeit stehen gut für HR. Nahezu 40 Prozent der Firmen möchten in HR-Software investieren, um fehlende oder unzureichend unterstützte Funktionen zu ergänzen, wie das Marktanalyse- und Beratungsunternehmen PAC herausgefunden hat. Beste Chancen also, um den Softwarekauf gegenüber der Geschäftsleitung zu forcieren. Dabei liegen die Argumente klar auf der Seite von HR: Was sollten Entscheider schon gegen eine nachhaltige Effizienzsteigerung einzuwenden haben?