Im Gesundheitswesen verändert sich praktisch andauernd etwas: Gesetze, Verordnungen, Vorschriften und neue Erkenntnisse aus der Forschung. Daher ist lebenslanges Lernen für alle Berufe dieses Bereichs Pflicht. Wer die Weiterbildung der Mitarbeiter – zumindest teilweise – in den virtuellen Raum verlagert, reduziert Ausfallzeiten und hält sein Team immer auf dem neuesten Stand. Auch Pflichtweiterbildungen lassen sich so problemlos absolvieren.

Neue Herausforderungen mit dem Pflegeberufegesetz

Lebenslanges Lernen gehört im Pflegebereich ab Tag eins zur Ausbildung dazu. Spezialisierten sich die Nachwuchskräfte der Pflege früher auf eine bestimmte Fachrichtung wie Krankenpflege, Kinderkrankenpflege oder Altenpflege, hat sich das seit dem 1. Januar 2020 geändert. Mit Inkrafttreten des Pflegeberufegesetzes wurden die drei Berufsbilder zu einer generalistischen Ausbildung zusammengefasst.

Die Folge: Ohne eine Spezialisierung während der Ausbildung steigt die Lernmasse im Berufsleben deutlich an. Denn Pflegende müssen gezwungenermaßen ihr ganzes Leben lang fachliche Kompetenzen in dem jeweiligen Spezialgebiet aufbauen, in dem sie nach der Ausbildung Fuß gefasst haben. Pflegepädagogin Maria Maas am Trierer Brüderkrankenhaus bestätigt gegenüber dem Deutschlandfunk: „Die zukünftigen Pflegefachmänner und –frauen sind breiter aufgestellt. Es geht zulasten der Tiefe. Den Pflegefachkräften von morgen wird Eigenverantwortung für lebenslanges Lernen abverlangt. Das gehört mit zur Reform.“

Veränderungen gehören zum Standard

Die neuen Ausbildungsrichtlinien sind nicht der einzige Bereich, in dem lebenslanges Lernen im Gesundheitswesen relevant ist. Die Branche verändert sich in einer bisher nie da gewesenen Geschwindigkeit, die Anforderungen an die Mitarbeiter und Führungskräfte steigen permanent: Regelmäßig müssen neue Gesetzesrichtlinien umgesetzt werden, permanent verändern sich Hygienevorschriften, Workflows oder Behandlungsmethoden.

Hinzu kommt die voranschreitende Digitalisierung, die natürlich auch vor dem Gesundheitswesen nicht Halt macht. In diesem Zuge werden immer wieder neue Geräte angeschafft und EDV-Verfahren implementiert, die – nicht zuletzt nach den Vorgaben des Medizinproduktegesetzes – auch korrekt angewandt werden müssen. In all diesen Bereichen müssen Pflegekräfte Wissen aufbauen und regelmäßig auffrischen.

Gesetzlich vorgeschrieben:
Pflichtweiterbildungen in der Pflege

Hinzu kommen Pflichtfortbildungen, die der Gesetzgeber in gewissen Zeitabständen vorschreibt. Dazu gehören etwa Weiterbildungen im Arbeitsschutz, im Notfallmanagement und Hygieneschulungen. Das Thema Weiterbildung und Lernen begleitet die Mitarbeiter des Gesundheitswesens also über ihre gesamte berufliche Laufbahn hinweg.

Allerdings ist es eine besondere Herausforderung, diese Masse an Inhalten zu vermitteln. Das Gesundheitswesen ist ein Bereich, in dem seit jeher Personal fehlt und Schichtpläne oft knapp auf Kante genäht sind. Umso schwerer fällt es Arbeitgebern im Gesundheitswesen, Teile ihres Personals tageweise für Fortbildungen freizustellen.

Das muss auch gar nicht sein. Stichwort: E-Learning. Hierbei erwerben Pflegekräfte ihr Wissen einfach online. Lerninhalte rufen sie dabei zum Beispiel über Lern-Apps oder von Plattformen mit vorbereiteten Lehrinhalten ab. Auf diese Weise findet die berufliche Bildung den Weg in den Arbeitsalltag – jederzeit und an jedem Ort.

E-Learning richtet sich nach den Lernenden

Das geht mit vielen Vorteilen einher: Die Lernenden beginnen und pausieren ihre Weiterbildung auf Knopfdruck, wann es in den Zeitplan passt. Bei Bedarf können sie den Lernstoff jederzeit wiederholen, noch einmal nachlesen oder vertiefen.

Verantwortliche für Fort- und Weiterbildung sollten allerdings darauf achten, ausschließlich zertifizierte E-Learning-Kurse anzubieten. Nur wenn diese von berechtigten Stellen freigegeben sind, eignen sie sich für die Abbildung der gesetzlichen Pflichtfortbildungen. Eine gute Orientierung hierbei bieten die Informationen des Deutschen Pflegerats (DPR) oder der Registrierungsstelle beruflich Pflegender (RbP).

Übrigens haben Arbeitgeber mit einem guten E-Learning-Angebot auch die Chance, ihre Arbeitgebermarke nachhaltig zu verbessern. Denn E-Learning wird insbesondere von jüngeren Mitarbeitern als zeitgemäßes Mittel für die Weiterbildung angesehen. Organisationen und Unternehmen mit abwechslungsreichen Online-Kursen können bei den umworbenen Nachwuchskräften punkten.

Die Beliebtheit von Online-Angeboten begründet sich auch darin, dass sich inzwischen extrem abwechslungsreiche und spielerischen Formate im E-Learning durchsetzen. Dazu gehören etwa Web Based Trainings (WBT), virtuelle Klassenzimmer oder multimedial gut aufbereitete Angebote wie die Certified Nursing Education (CNE) von Thieme.

Online-Lernen: Schub durch Corona

Die Angebote sind grundsätzlich nicht neu, gerade in der Coronazeit haben sie aber einen starken Schub bekommen. Gezwungenermaßen fanden Aus-, Fort- und Weiterbildung nicht mehr – oder nur stark begrenzt – in Präsenz statt. Stattdessen verlagerten Seminaranbieter und interne Bildungsakademien die Bildungsangebote in den digitalen Raum.

Das Klinikum Stuttgart etwa setzte im Frühjahr 2020 auf das virtuelle Klassenzimmer. Eine Entscheidung, die die zuständigen Bildungsverantwortlichen nicht bereuen. Zwar wird ein Teil der Seminare bald wieder vor Ort stattfinden, regelmäßige Pflichtfortbildungen, etwa zum Brand- und Datenschutz, bleiben online.  

In der Krise wurden vielerorts neue infrastrukturelle Grundlagen geschaffen, auf die Bildungsverantwortliche bereits lange warten.  Wer die Chance clever nutzt, profitiert auch in Zukunft von den Mehrwerten der flexiblen E-Learning Angebote. Denn die Pandemiebedingungen enden eines Tages, die Vorteile der digitalen Lernräume bleiben.