Nach wie vor ist das duale System der beruflichen Bildung die wichtigste Quelle für den zukünftigen Fachkräftebedarf. Über eine halbe Million Menschen steigen über eine Ausbildung ins qualifizierte Berufsleben ein. Den bisherigen Erfolg belegt auch die Jugendarbeitslosigkeitsrate, die mit 7,4 Prozent weit unter den anderen in der Europäischen Union liegt.

Zwar ging die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge in den letzten Jahren immer weiter zurück, dies ist jedoch der demografischen Entwicklung und der erhöhten Studierneigung zuzuschreiben. Trotzdem hat sich der Rückgang der neuen Verträge immerhin mit nur 1,4 Prozent mehr als halbiert. Leider blieben jedoch auch viele der angebotenen Ausbildungsplätze leer.  20.900 Bewerberinnen und Bewerbern ohne Ausbildung standen 37.100 unbesetzte Stellen gegenüber – ein neuer Höchststand. Vor allem im Handwerk bleiben viele Stellen frei.
Der Ausbildungsmarkt hat sich zwar eigentlich aus Sicht der Jugendlichen leicht verbessert, trotzdem muss die Attraktivität weiter gesteigert werden. „Wir müssen die gesellschaftliche Wertschätzung der dualen Ausbildung wieder erhöhen. Die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung muss in  den Köpfen ankommen“, meint Bundesministerin Johanna Wanka.
Dabei helfen soll unter anderem das Innovationsprogramm „Jobstarter plus“, das kleine und mittlere Betriebe durch externes Ausbildungsmanagement und Verbundausbildung unterstützen soll. Denn der Auszubildendenmangel trifft vor allem diese Unternehmen.
Großer Handlungsbedarf besteht auch noch, um die Ausbildungschancen von jungen Menschen mit Migrationshintergrund zu erhöhen. Mit 31 Prozent liegt hier die Ausbildungsanfängerquote noch weit unter der von jungen Deutschen (57 Prozent). Das Förderungsprogramm „Jobstarter Plus“ des Bundesministeriums soll hier ansetzen.
Eine sehr positive Entwicklung hat dafür die Erwachsenenbildung genommen. Die Anzahl der jungen Erwachsenen zwischen 20 und 29 Jahren ohne Berufsabschluss ist seit 2008 kontinuierlich zurückgegangen und liegt nur noch bei 13 Prozent. Doch natürlich muss auch hier weiter gearbeitet werden um diesen Trend noch zu verstärken.
Das Ziel von 2008, die Weiterbildungsbeteiligung auch 50% in Deutschland zu erhöhen wurde 2014 erreicht. Jeder zweite im erwerbsfähigen Alter hat in diesem Jahr an einer Weiterbildung teilgenommen. Auch dieser Trend soll weiterunterstützt und gefördert werden.

Insgesamt zeichnet der Bericht ein positives Bild mit sinnvollen Lösungen für die nächsten Jahre um die positiven Entwicklungen weiter zu verstärken.

Den kompletten und ausführlichen Bericht finden Sie hier: https://www.bmbf.de/pub/Berufsbildungsbericht_2015.pdf