Mitarbeiterbindung wird immer wichtiger und gehört künftig zu den großen Herausforderungen für Unternehmen. Denn einer Vielzahl an offenen Stellen steht eine geringe Zahl an Absolventen gegenüber. Umso wichtiger ist es, die bestehende Belegschaft im Unternehmen zu halten.

Mitarbeiterbindung zählt zu den Themen, die auf der HR-Agenda ganz oben stehen sollten – dieser Meinung sind zumindest die von Kienbaum und dem Staufenbiel Institut für die Studie „RecruitingTrends 2017“ befragten Unternehmen. Die Realität sieht allerdings oft anders aus. Laut der Erhebung erübrigt HR zu wenig Zeit für das Thema Mitarbeiterbindung.

Mitarbeiterbindung: Was gehört dazu? Eine Definition.

Mitarbeiterbindung ist ein extrem weites Feld. Laut Definition umfasst sie alle Maßnahmen, die ein Unternehmen ergreift, um seine Mitarbeiter möglichst lange zu halten. Der Hintergrund: Emotional gebundene Mitarbeiter sind zufriedener, leistungsbereiter, weisen weniger Fehlzeiten und Krankheitstage auf und neigen auch nicht dazu, vorschnell den Arbeitsplatz zu wechseln.

Streng genommen beginnt die Mitarbeiterbindung bereits vor der Unterzeichnung des Arbeitsvertrags mit der Beziehungspflege zu Praktikanten, Studierenden, Kandidaten oder auch Kunden, die sich beim Unternehmen bewerben könnten.

Im weiteren Verlauf des Mitarbeiterlebenszyklusses steht und fällt eine gute Mitarbeiterbindung mit einer passgenauen Rekrutierung, einem optimalen Onboarding-Prozess, einem guten Unternehmens- und Arbeitsklima, angemessenen Personalentwicklungs- und Karrieremöglichkeiten, Work Life Balance Angeboten, einer perfekten Ausstattung des Arbeitsplatzes, Angeboten zur Flexibilisierung von Arbeitszeit und –ort und, und, und. Die Bandbreite ist groß!

Warum Mitarbeiterbindung immer wichtiger wird

Die Bedeutung einer guten Mitarbeiterbindung ist in den letzten Jahren gestiegen. Denn gute Arbeitskräfte werden rar und rarer. Umso wichtiger ist es, jene zu halten, die man bereits für sich begeistern konnte. Wobei sich natürlich sämtliche Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung auch als perfekte Argumentationsgrundlage anbieten, um neue Talente anzuheuern.

Theoretisch jedenfalls. Praktisch fürchten drei Viertel der Unternehmen, dass ihnen über kurz oder lang die Felle davonschwimmen. So das Ergebnis einer Umfrage des Personaldienstleisters Robert Half unter 200 deutschen Personalern. Sie haben Bedenken, dass Top-Mitarbeiter mangels Bindung an die Konkurrenz abwandern und sie keine neuen Fachkräfte gewinnen können.

Arbeitgeber sollten sich vor falschen Versprechen hüten

Leider liegen die HR-Manager mit ihren Befürchtungen nicht ganz daneben. Die Wissenschaftler der Universität Bamberg haben das Verhalten von Bewerbern untersucht und herausgefunden, dass diese tatsächlich immer höhere Anforderungen an Unternehmen stellen.

Stimmen beispielsweise die im Recruiting versprochenen Arbeitskonditionen nicht mit dem überein, was im Unternehmen gelebt wird, machen Talente kurzen Prozess: Vier von zehn Kandidaten haben schon mal einen Job ausgeschlagen, weil sie einem Arbeitgeber bei Schönfärbereien auf die Schliche gekommen sind. Mit Lügen oder schalen Versprechen, die man nicht einlöst bindet man keine potenziellen Mitarbeiter! Bestehende sowieso nicht.

Mitarbeiterbindung: Was zu tun ist

In punkto Mitarbeiterbindung herrscht bei vielen Unternehmen also erheblicher Nachholbedarf. Die Krux an der Sache ist nur: HR mangelt es vielerorts an der Zeit, die richtigen strategischen Weichen zu stellen.

Allein der Wunsch vieler Arbeitnehmer nach mehr Flexibilität beschert Personalern beispielsweise einen Haufen Arbeit, weil sie dann mit einer Vielzahl unterschiedlicher Arbeitsformen jonglieren müssen: Von Zeitarbeit über Gleitzeit und Vertrauensarbeitszeit bis hin zu verschiedensten Teilzeitmodellen und Projektarbeit. Das ist mit einem riesigen Verwaltungsaufwand verbunden.

Ein anderes Beispiel: Um das Recruiting zur Zufriedenheit der Bewerber zu optimieren, bedürfte es hoch performanter Bewerbermanagement-Prozesse mit schnellen Entscheidungswegen. Denn Kandidaten wollen heute nicht mehr mehrere Monate warten, bis sie eine finale Rückmeldung bekommen.

Oder nehmen wir den Bereich der Personalentwicklung. Um Mitarbeiter immer perfekt einsetzen und ihren Bedürfnissen entsprechend fördern zu können, müsste HR stets einen Überblick über den aktuellen Ist- und Soll-Zustand der Talente eines jeden einzelnen Mitarbeiters verfügen. Auf dieser Basis ließen sich dann passende Weiterbildungsangebote eruieren und Mitarbeiter zu diesen einladen.

Wer unterstützt HR?

Aber wie bitteschön sollen Personalmanager all das bewältigen? In vielen Unternehmen sind die administrativen Prozesse, in die sie eingebunden sind schon jetzt nicht mehr überschaubar. Unweigerlich bleibt Vieles auf der Strecke, was zur Verbesserung der Mitarbeiterbindung beitragen könnte. Doch genau dieser Painpoint kann HR genommen werden.

Performante HR Software wie die von easySoft entlastet HR von einer Vielzahl kleinteiliger Arbeiten. Der Effekt ist eine Arbeitsersparnis im administrativen Bereich um bis zu 85 Prozent und ein Zeitgewinn, um strategische Weichen für ein Plus an Mitarbeiterbindung zu stellen.

Was leistet die Software? Im Recruiting erleichtern beispielsweise smarte Algorithmen die Bewerber-Auswahl, indem sie die eingesandten Bewerber-Informationen vorselektiert. Per Knopfdruck teilt HR das entsprechende Kandidatenranking und die Bewerberdaten mit dem Linienvorgesetzten. Dieser gibt kurzfristig innerhalb des Systems Feedback. Bewerber, die infrage kommen, werden markiert und über E-Mail-Vorlagen zum Vorstellungsgespräch eingeladen. So braucht man nur noch Minuten für einen Prozess, der sich früher über mehrere Tage erstreckte.

Funktionen einer HR Software

Auch beim Thema Personalentwicklung kann die HR-Software erheblich unterstützen. Durch einen automatisierten Abgleich des Soll- und Ist-Zustands der Mitarbeiterskills filtert die Software heraus, welche Kompetenzen eines Mitarbeiters gefördert und gestärkt werden sollten, um ihn etwa für die nächst höhere Position oder ein neues Aufgabengebiet zu qualifizieren.

Die dazu passenden Maßnahmen lassen sich mit ein paar Klicks mit der Software eruieren und dem Mitarbeiter zuordnen. Auf diese Weise sind sämtliche Arbeitnehmer immer für den nächsten Karriereschritt perfekt qualifiziert.

Ähnliches gilt für den Bereich der Ausbildungsverwaltung. Mit der passenden Software wird jede Phase der Ausbildung dokumentiert. Informationen über den aktuellen Stand stehen jederzeit zur Verfügung und können seitens HR gemanagt werden.

Die digitale Zukunft von HR

Fazit: Eigentlich könnte in HR-Abteilungen vieles einfacher laufen – zugunsten eines effizienteren und mitarbeiterfreundlichen Personalmanagements und einer stärkeren Mitarbeiterbindung.

Auf ihre digitale Zukunft sind Personalabteilungen allerdings eher schlecht vorbereitet, wie eine telefonische Befragung von 126 HR-Managern durch TNS Infratest im Auftrag der Unternehmensberatung Promerit ergab. Das unausgeschöpfte Digitalisierungspotenzial ist vergleichsweise hoch.

Die Studie zeigte gleichzeitig, dass Personalabteilungen, die über angemessene Digitalisierungsstrukturen verfügen, einen größeren Wertbeitrag zum Unternehmen leisten. Logisch: Mit den perfekten Bedingungen im Unternehmen auf Basis eines passgenauen Personalmanagements werden es Mitarbeiter sich künftig verkneifen, nach dem Motto zu handeln „Kaum an Bord, schon wieder fort!“