Matching ist so etwas wie das neue Zauberwort in der Personalauswahl. Das Prinzip: Smarte Algorithmen unterstützen Personaler bei der Vorselektion von Kandidaten.

Auf Deutsch übersetzt bedeutet Match „Volltreffer“. Die Wortwahl für die entsprechende HR-Technologie kommt nicht von ungefähr. Einen Volltreffer wollen Personaler schließlich auch im Recruiting landen. Denn Kandidaten sind rar und umso passgenauer muss die Personalauswahl vonstattengehen. Fehlbesetzungen können sich Unternehmen heutzutage nicht mehr erlauben: Wer weiß schon, wann ein neues Talent zur Verfügung steht, falls der ausgesuchte Kandidat die Probezeit nicht überstehen sollte?

Was ist Matching und wie funktioniert es?

Hier kann Recruitern eine bestimmte Technik erheblich unter die Arme greifen und Fehler bei der Personalauswahl verhindern: Matching. Ganz neu ist die Idee nicht. Das Prinzip ist schon seit einigen Jahren bekannt – allerdings nicht aus dem Recruiting, sondern aus dem Dating-Bereich.

So geht’s: Bei der Partnersuche gleicht ein Matching-Algorithmus die Ansprüche, die Liebeshungrige an ihren künftigen Lebensgefährten stellen, mit den Angaben ab, die potenzielle Partner in einer Datenbank über sich hinterlegt haben.

Je größer die Übereinstimmungen von Wunsch und Realität, umso mehr schlägt die benutzte App „Alarm“: Jeder Treffer ist ein so genannter Match. Die beiden Turteltauben werden im nächsten Schritt miteinander bekannt gemacht. Was sie dann im realen Leben aus ihrem Match machen, liegt bei ihnen.

Das Dating-Prinzip aufs Recruiting übertragen

Es mag kurios klingen, aber genau dieses Prinzip ist auch auf die Personalauswahl anwendbar. Denn auch hier geht es letztlich um einen Abgleich zwischen Wunsch und Realität. Nur, dass sich nicht zwei Liebende annähern wollen, sondern Arbeitgeber und Talent.

Und das funktioniert wie folgt: Der Personaler definiert die gesuchten Skills, die für eine Vakanz von Bedeutung sind. Der Kandidat hinterlässt seine Lebenslaufinformationen beim Arbeitgeber und der Matching-Algorithmus gleicht die Angaben gegeneinander ab.

Je genauer Suchanfrage und das Angebot des Bewerbers zusammenpassen, umso höher erscheint das betreffende Talent in dem Talent-Ranking, das der Computer dem Personaler nach der Datenanalyse präsentiert.

Matching: Schnellere und vereinfachte Vorauswahl von Kandidaten

Auch die Kunden von easySoft kommen innerhalb des Tools zur Ausbildungsverwaltung in den Genuss einer schnelleren und vereinfachten Vorauswahl von Kandidaten durch Matching. Dabei können Arbeitgeber Bewerberkriterien wie etwa Notendurchschnitt, Berufserfahrung, Soft Skills und dergleichen völlig frei definieren und gegen die Informationen in der eigenen Bewerberdatenbank abgleichen.

Nach der erfolgten Preselektion unterstützt das System außerdem beim weiteren Austausch mit den Fachbereichen, mit denen auf Knopfdruck alle relevanten Informationen der relevanten Bewerber geteilt werden können. Danach können innerhalb des Systems Bewerbergespräche und Assessment-Termine vereinbart werden.

Die meisten Bewerbungen werden nicht intensiv gelesen

Insgesamt hilft die Maching-Technologie Unternehmen also dabei, Kandidatenprofile zuverlässiger auf Passgenauigkeit zu untersuchen und so die Qualität der Einstellungen zu steigern. Denn tatsächlich werden viele Bewerbungen von Personalern nicht besonders intensiv gelesen. Laut der Studie Recruiting Trends der Universität Bamberg untersuchen Personalverantwortliche nur 42,6 Prozent der erhaltenen Bewerbungen wirklich auf Herz und Nieren. Damit fällt mehr als die Hälfte der Bewerbungen unter den Tisch.

Das erhöht die Gefahr, dass bei der Personalauswahl passende Talente durchs Raster fallen erheblich. Unternehmen vergeben sich damit wertvolle Chancen. Der Grund dafür dürfte vor allem im nachhaltigen Zeitmangel zu suchen sein, der in vielen HR-Abteilungen gang und gäbe ist.

Die Ungeduld der Bewerber nimmt zu

Da sich Personaler darüber bewusst, dass Bewerber heute keine Monate mehr warten, bis sie eine Rückmeldung erhalten, versuchen sie Zeit zu sparen, wo es nur geht. Oftmals aber leider an den falschen Stellen im Prozess.

In der Konsequenz scannen Personaler Bewerbungseingänge nur grob, um den Recruiting-Erfolg nicht von vornherein zu verzögern. Frank Hensgens, Geschäftsführer von Indeed in Deutschland, sieht das kritisch. „Landauf, landab beklagen Unternehmen einen Fachkräftemangel – daher ist es gerade jetzt Pflicht für Personaler, auf die Wünsche der Kandidaten einzugehen“, sagt er.

Das gelingt aber nicht, indem man Arbeit nur oberflächlich erledigt. Stattdessen sollte HR Aufgaben wie die Vorselektion von Kandidaten abgeben und an den Robot Recruiter auslagern, wie die Matching-Technologie auch genannt wird. So gewinnt das Recruiting an Tempo, ohne Tiefe und Qualität einzubüßen.