Die Pandemie verändert die Arbeitswelt. Nicht alles davon ist schlecht. Was wird bleiben? Welche Arbeitsweisen verändern sich langfristig und welche Auswirkungen hat all das auf die Arbeit von HR? Wir bringen Licht ins Dunkel.

Remote-Arbeit wird die Arbeitsweise der Zukunft sein

Die wohl markanteste Veränderung der Pandemie ist der Trend zur Remote-Arbeit. Viele Arbeitnehmer wurden zu Beginn des Lockdowns über Nacht ins Homeoffice entsandt und arbeiteten über Wochen und Monate hinweg in virtuellen Teams. Aktuell sieht alles danach aus, als würde das auch so bleiben.

Die Allianz ist einer von vielen Arbeitgebern, der seine Mitarbeiter auch nach der Pandemie weiterhin im Homeoffice arbeiten lassen will. Rund 40 Prozent der weltweit 150.000 Beschäftigten sollen langfristig von zu Hause tätig sein. Auch die Deutsche Bank, JP Morgan, SIEMENS und der Techgigant Facebook rechnen bereits die Vorteile einer dauerhaften Heimarbeit durch.
Willkommen in der neuen Welt von New Work, wie vernetztes und dezentrales Arbeiten häufig auch genannt wird.

Welche Auswirkungen wird New Work auf HR haben?

Diese Entwicklung hat immense Auswirkung auf die Arbeit des Personalmanagements. Während des Lockdowns stießen HR-Manager mit den vorhandenen Tools in vielen Bereichen an ihre Grenzen. Beispielhaft dafür ist das Bewerbermanagement.

Eine Blitzumfrage des Instituts for Competitive Recruiting (ICR) unter mehr als 10.000 deutschsprachigen Unternehmen offenbarte: Insbesondere die Technik für Videointerviews erfuhr während Corona einen Schub. Bei 56 % der Unternehmen ersetzen Videointerviews inzwischen das klassische Vorstellungsgespräch. Gut aufgestellt in der Krise war, wer über ein technisch entsprechend ausgestattetes Bewerbermanagementsystem verfügte.

Daraus ergeben sich durchaus auch Chancen: Mancher Arbeitgeber verzeichnete mehr Initiativbewerbungen als gewöhnlich. Offensichtlich schmälert die Aussicht auf ein Videointerview die Hemmschwelle der Kandidaten, ihre Bewerbung abzuschicken.

Ein möglicher Grund: Anfahrtszeiten entfallen. Das ist gerade für Talente attraktiv, die nicht direkt um die Ecke wohnen.

Selbst an Kandidaten in anderen Zeitzonen ist gedacht. Mithilfe von Video-Recruiting-Tools können Jobinterviews nicht nur orts-, sondern auch zeitunabhängig geführt werden. Recruiter zeichnen ihre Fragen auf und senden diese anschließend den Kandidaten zu. Die Bewerber antworten im Videoformat einfach dann, wenn sie wach und ausgeschlafen sind.

Recruiting und Digitalisierung: (Noch) Kein Liebespaar

Doch ein entsprechend hoher Digitalisierungsgrad ist auch in vielen anderen Anwendungsfeldern des HR-Managements offenbar noch reines Wunschdenken.

Rund 53 % aller befragten HR-Abteilungen waren in der Hochphase des Lockdowns zum Improvisieren gezwungen, stellt der HR-Software-Report 2020 des HRM-Research Instituts fest.

Jedes dritte Unternehmen meldete zusätzlichen Bedarf nach HR-Software. Das wäre vermeidbar gewesen, schließlich sind die benötigten Softwarelösungen schon länger am Markt verfügbar: von A wie Ausbildungsmanagement bis Z wie Zeiterfassung.

Vorteile von HR-Software-Lösungen

Besonders deutlich werden die Vorteile beim Ausbildungsmanagement. Praktisch die gesamte Ausbildungsplanung lässt sich mit der richtigen Software digital abbilden.

Eine entsprechende Lösung bietet zum Beispiel:

  • Digital abrufbare Lehrpläne und Lernziele
  • Eine übersichtliche Planung, auf die jeder Berechtigte mit einem individuellen Login zugreifen kann
  • Detaillierte Stundenplanung: Findet eine virtuelle Unterrichtsstunde statt? Zu welchen Themen? Wann?
  • Zugriff auf Beurteilungen, Leistungskontrollen und Prüfungsergebnisse
  • Planung von Praxisanleitungen und Dokumentation
  • Abwesenheiten und Fehlzeitenmanagement
  • E-Learning Angebote
  • Begleitende App für die Auszubildenden, die alle wichtigen Informationen und Termine mobil abrufbar macht

Wie im Betrieb muss nach der Ausbildung nicht Schluss sein. Die weitere Personalentwicklung lässt sich ebenfalls mit HR-Software einfach und gezielt abwickeln – virtuell, zeit- und ortsunabhängig. Das ist besonders in der aktuellen Dekade wertvoll, in der die Halbwertszeit von Wissen immer weiter sinkt.

Um auf dem neuesten Stand zu bleiben, sollten Mitarbeiter ihr Know-How regelmäßig in gezielten Fort-und Weiterbildung auffrischen.

Mitarbeiter virtuell einschätzen

Mit der richtigen HR-Software bleiben Personalverantwortliche auch dann am Ball, wenn sie ihre Mitarbeiter nicht mehr täglich zu Gesicht bekommen. Ein Tool für die Personalentwicklung hilft dabei, die Kompetenzen der Arbeitnehmer mit dem aktuellen Stellenprofil abzugleichen.
Mit wenigen Klicks lässt sich auswerten, ob alle Qualifikationen up to date sind und welche Pflichtfortbildungen anstehen.

Qualifikationsstand des Teams mit HR Software auch im Homeoffice im Blick

Perfekt ausgebildetes Personal – auch remote kein Hexenwerk

Mit einem angeschlossenen Tool für das Seminarmanagement stellen Arbeitgeber außerdem sicher, dass Mitarbeiter das für Sie passende Weiterbildungsangebot in Anspruch nehmen –ebenfalls remote:

  • Veranstaltungen lassen sich im Intra- und Internet veröffentlichen und sind mobil abrufbar
  • Der komplette Genehmigungsworkflow für Fortbildungen lässt sich digital managen
  • Die Anmeldung zu Weiterbildungsangeboten ist online möglich
  • Personalentwicklungsmaßnahmen können im E-Learning-Format angeboten werden
  • Die Bewertung der Veranstaltung oder des Dozenten erfolgt per Tablet oder E-Mail

Fazit: Digitalisierung jetzt!

Die Corona-Krise hat deutlich gemacht, dass nur ein guter Digitalisierungsgrad die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens sichern kann. Improvisierte Tools und Excel-Tabellen können Bedarfe zwar für kurze Zeit abfangen, sind aber keine dauerhafte Lösung. Zu groß ist der Aufwand für Datenpflege und Verwaltungsaufwand.

Wer langfristig zielorientiert und zukunftsfähig arbeiten will, kommt um angemessene Softwarelösungen nicht herum. Die schaffen nicht nur mehr Flexibilität, sondern vereinfachen komplexe Prozesse und erhöhen damit gleichzeitig die Produktivität.

Betriebe, die hier noch Nachholbedarf haben, sollten rechtzeitig reagieren. Dann sind sie nicht nur auf spontane Wechsel ins Homeoffice vorbereitet, sondern auch für die Arbeitswelt der Zukunft.