Employer Branding findet zunächst einmal in jedem Unternehmen statt, gewollt oder ungewollt. Selbst wenn man dafür keine Ressourcen verwendet, hat dies einen Effekt auf die Arbeitgebermarke, leider meist einen negativen.

Die Basis eines guten Employer Branding sind stets gelebte Unternehmenswerte und Authentizität. Denn ohne jede Grundlage kann keine Strategie wirklich greifen. Doch dafür brauchen Sie Markenbotschafter und zwar Mitarbeiter aus Ihrem Unternehmen.

Natürlich ist es einfacher ein gutes Bild zu zeichnen, je besser es der Firma im Allgemeinen geht, doch sollte man spezielle Fachkräfte suchen oder der Bewerberstrom einmal abnehmen, braucht man eine gute Strategie. Viele Unternehmen haben bereits ihre Recruiting-Kanäle optimiert, sind in Sozialen Medien aktiv oder haben sogar Videos über Unternehmen und verschiedene Aufgabenbereiche auf ihrer Website. Dadurch sollen potenzielle Kandidaten einen Eindruck erhalten, wie es ist, im Unternehmen zu arbeiten. Doch wenn das vermittelte Bild der späteren Realität nicht standhält, kann sich dies enorm negativ auswirken. Da verwaist der vielgepriesene Tischkicker unbespielt im Pausenraum, Der kostenfreie Parkplatz darf nur vom Vorstand benutzt werden oder die „jugendliche, unkonventionelle Start-Up-Kultur“ entpuppt sich als stark hierarchisch organisiertes, konservatives Unternehmen. Was in der Wirklichkeit keinen Bestand hat, fliegt zumeist recht schnell auf.

Wenn Sie Sie an Ihrem Arbeitgeberimage arbeiten möchten, sollten Sie zunächst definieren, was Ihre Marke ausmacht: Welche Unternehmenswerte vertreten Sie? Was heißt es für Mitarbeiter, für Sie zu arbeiten? Wo unterscheiden Sie sich von Ihren Mitbewerbern? Ihre Ergebnisse in Leitsätze zu übertragen und sie über die interne Kommunikation für alle anwendbar an Ihre Mitarbeiter zu kommunizieren ist die wichtigste Aufgabe dabei.

Beachten Sie dabei: “Werte sind kein Sakko, das man sich einfach anziehen kann“ wie bereits Axel Kühner, Vorstandsvorsitzender der Greiner Holding AG feststellte. Sollten Sie sich also für eine bestimmte Unternehmenskultur entscheiden, muss diese auch konsequent in der Praxis umgesetzt werden.

Holen Sie beim Aufbau Ihres Employer Branding auch Ihre Mitarbeiter ins Boot. Der eine erzählt beim sommerlichen Grillen vom tollen Betriebsausflug, der andere lässt beim abendlichen Treffen mit Freunden fallen, wie gut das Betriebsklima ist. So verbreitet sich Ihr guter Ruf, ganz ohne kostenintensive Werbemaßnahmen. Doch das funktioniert natürlich auch andersrum. Wenn der Mitarbeiter sich am wöchentlichen Stammtisch darüber aufregt, dass Sie tolle Hochglanzbroschüren drucken, die aufgeführten Punkte aber nicht in der Realität umgesetzt sind, spricht sich auch das herum – und schwächt Ihr Image erheblich!

Wie gehen Sie in Ihrer Firma mit dem Thema Employer Branding und Arbeitgebermarke um? Haben Sie bereits Strategien entworfen? Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit uns in den Kommentaren.