Zwischen Ihren Terminen und der To-Do-Liste bleibt die Zeit für Sie selbst auf der Strecke? Der Arbeitsstress hat Sie meistens voll im Griff? Dann sollten Sie kurz innezuhalten. Wir haben ein paar Achtsamkeitsübungen für Sie zusammengestellt, die Ihnen helfen sollen der täglichen Hektik die Stirn zu bieten. Keine Sorge, Sie müssen dafür keinen Yogalehrer anstellen oder einen Meditationsraum anbauen. Diese Übungen sind einfach zu lernen, aber sehr wirksam. Und sie kosten Sie nicht einmal viel Zeit! Die Hauptsache ist, dass Sie die Routine hinter sich lassen und alte Gewohnheiten ablegen.

Sie kennen das, sobald der Wecker am Morgen klingelt, springen Sie aus dem Bett schnell Zähneputzen, am besten schon unter der Dusche, denn das spart Zeit und dann ab ins Büro. Dort wartet ein übervoller Maileingang darauf, dass Sie ihn abarbeiten und natürlich klingelt das Telefon ohne Unterlass. Ihr Chef hat auch noch ein paar dringende Aufgaben, die Sie bis gestern erledigt haben sollten und den neuen Kollegen wollten Sie auch noch einarbeiten. Pausen lassen Sie lieber ausfallen, denn das kostet ja nur unnötig Zeit. Und nach Feierabend? Nach Hause, ein paar Stunden Schlaf und dann geht es wieder von vorne los. Vor lauter Aufgaben vergessen wir zumeist auf unseren Körper und seine Bedürfnisse zu achten. Die Folge sind oft Kopf- und Rückenschmerzen, Erschöpfung bis hin zum Burn-out. Ständiger Stress macht krank – das ist kein Geheimnis. Achtsamkeit heißt etwas bewusst zu tun, nicht aus Gewohnheit. Und sich dabei darauf zu konzentrieren und die ständig kreisenden Gedanken und die Umwelt für einen Moment auszublenden.

Wir tun meist alles um unsere Chefs, unsere Kunden oder auch unsere Kollegen zufrieden zu stellen. Nur wenn es um uns selbst geht sind wir meist nicht so großzügig, dann finden wir plötzlich immer wieder Ausreden. Dabei findet Achtsamkeit schon in den ältesten buddhistischen Lehren seinen Platz. Wir müssen wieder lernen mehr auf uns selbst zu hören. Das ist sogar einfacher als man denkt.

Auf die Signale Ihres Körpers achten
Die oberste und wichtigste Regel der Achtsamkeit ist, auf sich selbst zu hören. Sie arbeiten seit Stunden am Computer? Bestimmt bräuchten Ihre Augen schon längst eine kurze Pause, tun vielleicht sogar schon weh. Was hindert Sie daran sich bei einem kurzen Blick aus dem Fenster zu entspannen? Oder Sie lassen die Mittagpause ausfallen obwohl Sie schon seit einer Stunde mit knurrendem Magen und quälendem Durst an Ihrem Schreibtisch sitzen. Warum stehen Sie nicht auf, und holen sich zumindest etwas zu Essen und zu Trinken. Sie verlieren keine wertvolle Arbeitszeit, denn Sie werden danach noch produktiver und konzentrierter arbeiten. Lernen Sie auf die Signale zu hören, die Ihr Körper ihnen sendet, so können Sie Beschwerden vorbeugen.

Nicht immer bereit sein
Wir haben bereits automatisierte Abläufe. Wenn das Telefon klingelt, heben wir meist sofort ab. Egal mit was wir uns gerade beschäftigt haben. Dieser direkte Umstieg löst Stress aus. Atmen Sie ein oder zweimal tief ein und nehmen Sie den Anruf dann erst an. So handeln Sie bewusst. Allerdings ist uns das direkte Reagieren normalerweise über die Jahre schon in Fleisch und Blut übergegangen. Es wird Ihnen also nicht unbedingt leicht fallen, diese Gewohnheit abzulegen. Machen Sie sich doch als kleine Erinnerungsstütze ein Post-It mit einem Stoppschild an den Hörer.

Bewusst essen und trinken
Ein Mittagessen am Schreibtisch und während des Arbeitens ist keine gute Idee. So fehlt Ihnen die Ruhepause, um weiterhin konzentriert Ihrer Arbeit nachzugehen. Setzen Sie sich in den Pausenraum oder die Kantine und genießen Sie ihr Essen ganz bewusst – Bissen für Bissen. Dasselbe gilt für Ihren Nachmittagskaffee. Konzentrieren Sie sich dabei auf Geschmack und Geruch des Essens.

Wartezeiten für sich selbst nutzen
Wenn sien kurz auf etwas warten müssen, zücken die meisten Menschen Ihr Smartphone. Versuchen Sie doch diese Zeit für sich selbst zu nutzen und zur Ruhe zu kommen. Setzen oder stellen Sie sich aufrecht hin und Ihre Füße hüftbreit auf den Boden. Spüren Sie dabei den direkten Kontakt zum Boden und konzentrieren Sie sich auf Ihre Atmung. Fühlen Sie wie die Luft durch Ihren Körper strömt. Danach werden Sie erfrischt weiterarbeiten.

Achtsamkeit im Umgang mit Kollegen
Für viele ist es inzwischen Gang und Gäbe, den Kollegen kurz beim Gang zu Kaffeemaschine, beim Zurückkommen aus einem Meeting oder bei der Verabschiedung nach Feierabend abzupassen, um noch schnell etwas zu mitzuteilen. Versuchen Sie es doch mal auf einem anderen Weg. Wenn Sie ein wichtiges Thema zu besprechen haben, verabreden Sie sich. Setzen Sie sich an einen Tisch und schauen Sie sich beim Gespräch gegenseitig in die Augen. Hören Sie Ihrem Gesprächspartner aufmerksam zu und versuchen Sie sich durch bewusstes Atmen zurück auf das Gespräch zu fokussieren, wenn Ihre Gedanken abschweifen sollten.

Handy aus
Diese Übung ist schon eher was für Profis. Die meisten Menschen tun sich inzwischen schon schwer, wenn Sie ihr Handy ein paar Minuten nicht greifbar haben. Nehmen Sie die Herausforderung trotzdem an und schalten Sie Ihr Handy in der Mittagspause einfach einmal aus. Mach Sie sich frei von der ständigen Erreichbarkeit. Sie werden sich wundern, wie viel einfacher Sie sich entspannen.

Sie haben ein paar Übungen gefunden die Sie gerne in Ihren Alltag integrieren möchten? Das freut uns sehr! Und falls es mal nicht gleich klappt: Machen Sie sich nichts daraus. Es wird nicht immer funktionieren sich daran zu halten und natürlich braucht es Zeit alte Gewohnheiten abzulegen.
Wenn Sie also bemerken, dass Sie den Hörer doch direkt abgenommen haben, keine Sorge, immerhin haben Sie es bemerkt. Das wäre früher nicht so gewesen.