Wohin geht die Reise des digitalen Human Ressources Managements? Haben innovative HR Technologien wie der Chatbot oder die Blockchain das Zeug, alles auf links zu drehen? Welche Anwendungsszenarien ergeben sich? Ein Überblick.

Innovative HR Technologien: HR goes digital.

Während innovative Technologien wie Artificial Intelligence, Virtual Reality und Augmented Reality in der HR-Welt aktuell noch sehr zurückhaltend eingesetzt werden, bewegt sich in anderen Bereichen schon eine ganze Menge. Stichwort: Chatbots.

Ein Chatbot ist ein Roboter für Kommunikationsaufgaben. Verbraucher kennen die virtuellen Assistenten zum Beispiel von Online-Shops. Verschiedene Websites bieten neben der klassischen FAQ-Liste inzwischen ein interaktives Dialogfenster an, in das der Konsument Fragen wie in einen Messenger eingeben kann. Die Antworten kommen dann nicht von Mitarbeitern aus einem Call Center oder aus dem Help Desk, sondern werden von dem virtuellen Kommunikationsroboter, dem Chatbot, gegeben.

Chatbot: Digitaler Karriereberater auf der Karriereseite

Auch im HR-Umfeld wird er eingesetzt. Etwa als digitaler Karriereberater auf einer Karriereseite. Hier beantworten Chatbots Fragen von Kandidaten – zu Karrieremöglichkeiten bei einem Arbeitgeber, zu offenen Stellen oder zu anderen allgemeinen Fragen.

Innovative HR Technologien wie Chatbots entlasten einerseits HR-Mitarbeiter, die die Beantwortung von Standardanfragen an den Roboter auslagern können. Andererseits beeinflussen Chatbots die Candidate Experience der Talente positiv: Sie erhalten unmittelbar Antworten auf offene Fragen und müssen nicht lange warten. Das wird von ihnen als perfekter Service empfunden.

HR Technologie der Zukunft?

Immer mehr Unternehmen setzen auf Chatbots. Laut der Studie Recruiting Trends der Universität Bamberg haben die digitalen Helfer durchaus das Potenzial, künftig immer mehr Jobs in der HR-Welt zu erledigen. So gibt jedes zehnte Top-1.000-Unternehmen an, digitale Karriereberater in der Zukunft anzubieten. Sieben von zehn Unternehmen gehen davon aus, dass diese Art der Kommunikation in Zukunft immer häufiger zum Einsatz kommen wird.

Doch Chatbots können noch mehr. Einsetzbar sind sie auch in diesen Bereichen:

  • Onboarding: Neue Mitarbeiter stellen zu Beginn viele Fragen. Das ist völlig normal. Doch wenn der New Hire zum x-ten Mal am Tag einen anderen um Rat bei einfachen Aufgaben bitten muss, wird das für alle Beteiligten schnell zu einer nervigen Angelegenheit. Alternativ können diese Fragen einfach an den Bot gerichtet werden. Er kennt zum Beispiel die Antwort auf “Wohin muss ich die Reisekostenabrechnung schicken?” oder “Wer ist der Ansprechpartner für dieses Problem?” entweder direkt im Chat oder er verweist auf das passende Dokument. (Mehr zum Thema Onboarding gibt es in diesem Artikel: Professionelles Onboarding für neue Mitarbeiter.)
  • Administration: Der Chatbot hilft nicht nur neuen, sondern auch erfahrenen Mitarbeitern, die zum Beispiel Compliance-Fragen stellen oder bestimmte Dokumente suchen, diese zu finden. Etwa wenn es um die Reisekostenübernahme geht oder das Buchen eines Autos aus dem hauseigenen Carpool. Mitarbeiter verbringen jeden Monat viele Stunden mit der Suche nach grundlegenden Informationen. Chatbots verhelfen den Mitarbeitern schnell zu den gewünschten Antworten, machen sie produktiver und zufriedener.
  • Training und Weiterbildung: Ein Chatbot kann im Rahmen der Personalentwicklung auch in die Rolle des Trainers schlüpfen. Nach einem Training können sie durch Wissens- oder Reflexionsfragen Erinnerung und Lerntransfer fördern.
  • Jährliche Selbstbewertung: Viele Personalleiter finden, dass der traditionelle Überprüfungsprozess der Zielerreichung eines Mitarbeiters veraltet und ineffektiv ist. Der Austausch könnte leicht an den Chatbot ausgelagert werden und nicht mehr nur einmal im Jahr, sondern kontinuierlicher geführt werden. So entsteht ein nahtloser Einblick, der es ermöglicht, Ziele frühzeitig anzupassen, wenn sich Bedingungen verändern.

Noch eine innovative HR Technologie steht in den Startlöchern

Eine andere innovative HR Technologie, die derzeit in HR-Kreisen diskutiert wird: Die Blockchain. Moment mal! Steckt diese Technologie nicht hinter der Kryptowährung Bitcoin? Das ist richtig. Falsch ist aber, sie mit der Kryptowährung gleichzusetzen. Die Blockchain ist eine hochkomplexe aber mindestens ebenso sichere Authentifizierungs- und Verifizierungsmethode, die auch in anderen Bereichen eingesetzt werden kann. Zum Beispiel in HR.

Im Prinzip ist die Blockchain als eine Art Gegenentwurf zur Cloud zu verstehen. In der Cloud werden Datenpakete zentral gespeichert. Auf einem einzigen Server. Von dort werden sie via Internet von Anwendern abgerufen. Die Blockchain ist dagegen ein Netzwerk innerhalb des Internets. In ihr werden Datenpakete dezentral abgelegt. Sprich: Sich ergänzende Informationen werden nicht auf einem Server gespeichert, sondern in „Informations-Blöcken“ auf vielen verschiedenen Speicherorten, die miteinander vernetzt sind.

Was bietet die Blockchain der HR Welt?

Das macht die Technologie besonders sicher. Denn: Um Informationen auszuspähen, müsste nicht nur ein Speicher gehackt werden, sondern viele. Hunderte oder gar tausende. Das ist praktisch unmöglich, weil alle Datenblöcke innerhalb der Blockchain verschlüsselt vorliegen. Diese Einsatzbereiche bieten sich in der Personalbeschaffung:

  • Die Blockchain-Technologie verbessert die Cybersicherheit in der Personalabteilung. Personenbezogene Daten können extrem sicher gespeichert werden und wären so gut wie ausspähsicher.
  • Kritische Verträge, Akten oder hochvertrauliche Informationen könnten noch sicherer zwischen verschiedenen Standorten oder mit kooperierenden Firmen ausgetauscht werden.

Firmen, die die Digitalisierung ihrer HR-Prozesse aus Angst vor Datenschutzverletzungen und Cyberspionage scheuen, könnte die Blockchain eine größere Gewissheit verschaffen, dass ihre Daten gut aufgehoben sind. Schon heute gilt die Cloud als ausspähsicher, wenn sie wie im Falle von easysoft in einem Hochsicherheitsrechenzentrum mit den neuesten Sicherheitsstandards gehostet wird. Doch in Zukunft dürfte die Blockchain auch die letzten Zweifel zerstreuen und HR-Abteilungen den Weg ins Digitalzeitalter ebnen. (Weitere Blogartikel zum Thema Datenschutz und Datensicherheit finden Sie hier.)

Es bleibt spannend, ob und wie schnell sich diese beiden Technologien in der HR-Welt etablieren werden. Wie schätzen Sie die Entwicklung dieser Technologien ein? Was sind Ihre Erfahrungen? Nutzen Sie die Kommentarfunktion unterhalb des Beitrags und lassen Sie uns Ihre Meinung wissen.